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MINISTERIUM FÜR KULTUS, JUGEND UND SPORT 

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PRESSEMITTEILUNG 19. September 2011 Nr. 110/2011 

Kultusministerium: Investitionen in die Bildung sind Investitionen in die Zukunft - Die zentralen Vorhaben werden auf den Weg gebracht 
Ministerin Gabriele Warminski-Leitheusser: " Baden-Württemberg 
will in der Bildungspolitik künftig die Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen soweit es geht beenden und international auf Spitzenplätzen landen" 

Die zentralen bildungspolitischen Reformprojekte des Kultusministeriums werden jetzt 
au f den Weg gebracht, um sie bis zum Schuljahr 2012/13 endgültig starten zu 
können. Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheusser unterstreicht, ihr Hauptziel 
sei eine sichere Unterrichtsversorgung (siehe PM zwei). "Mit den Reformen wollen wir 
es schaffen, dass die Schülerinnen und Schüler den bestmöglichen Abschluss 
erreichen", betont die Kultusministerin. Die bisherige soziale Benachteiligung von 
Kindern und Jugendlichen aus bildungsfernen Elternhäusern müsse ein Ende haben. 
Ein weiteres Ziel sei, die Schulen zu verbessern. "Die Lehrkräfte machen fast alle 
eine ausgezeichnete und engagierte Arbeit für die Schülerinnen und Schüler", 
unterstreicht die Ministerin. Aber für die Zukunft sei das Ziel, bei den Ergebnissen 
nicht nur in Deutsch land auf vorderen Plätzen zu stehen, sondern auch international: 
"Baden-Württemberg will in der Bildungspolitik künftig die Benachteiligung von 
Kindern und Jugendlichen soweit es geht beenden und international auf 
Spitzenplätzen landen." Künftig s ollen gute Schülerinnen und Schüler mehr Gas 
geben können, schwächere mehr Zeit erhalten, um sich zu verbessern. 

Die neue grün-rote Schulpolitik setzt besonders auf die Kommunen, also auf 
Mitsprache, Begeisterung und Engagement von Eltern, Lehrkräfte und 
Kommunalpolitikern. "Gute Schule wächst von unten, da die Bürger vor Ort viel 
besser wissen, welche Schularten, welche Abschlüsse und welche Qualität sie für 
ihre Schulen brauchen", unterstreicht die Minister in. Bürgerbeteiligung sei deshalb 
das A und O ihrer Bildungspolitik. 

Die beiden Regierungsfraktionen müssten sich in den anstehenden 
Haushaltsberatungen darauf verständigen, welche Vorhaben sie umsetzen wollten 
und in welchen Schritten, sagt die Ministerin. Sie will dabei prüfen, bei welchen 
älteren Projekten Einsparungen zugunsten der neuen Vorhaben möglich wären. 


Die neue Gemeinschaftsschule 
Zentral ist für die neue Landesregierung und die sie tragenden Fraktionen die neue 
Schulform Gemeinschaftsschule. Mit ihr sollen die Weichen gestellt werden für ein 
längeres gemeinsames Lernen mit besseren Bedingungen für alle Kinder und 
Jugendlichen. "Wir wollen erreichen, dass die einzelnen Kinder und Jugendlichen so 
gut wie möglich gefördert werden und so lange wie möglich gemeinsam lernen 
können", betont die Ministerin. Der neue Schultyp soll die Abschlüsse 
von Haupt-, Realschule und Gymnasium umfassen und mit den entsprechenden 
Bildungsstandards auch den Vergleich und den Wechsel in andere Schultypen 
ermöglichen. Kommunen können damit vor Ort ein breiteres Angebot an Abschlüssen 
schaffen. Die Lehrkräfte treffen so in Lerngruppen auf sehr unterschiedliche 
Schülerinnen und Schüler. Im Unterschied zur herkömmlichen Pädagogik erhalten die 
Schüler aber nur noch wenige gemeinsame Aufgaben, die für alle gleich sind. Ihre 
Arbeiten sind stark auf ihre individuelle Leistungsfähigkeit zugeschnitten. "Die 
moderne Pädagogik hat damit einen sehr guten und international längst beschrittenen 
Weg gezeigt, auf dem Lehrkräfte mit der Unterschiedlichkeit der Schüer besser 
umgehen können", betont die Ministerin. 

Gemeinschaftsschulen werden als weiterführende Schulen die Klassen 5 bis 10 
umfassen. Eine gymnasiale Oberstufe kann, sofern am jeweiligen Standort 
ausreichend Nachfrage besteht, eingerichtet werden. Möglich soll auch sein, die 
Klasse n 1 bis 4 als Teil einer solchen Schule zu führen. Derzeit wird geprüft, wie viele 
Schüler zur Einrichtung einer Gemeinschaftsschule erforderlich sind. Behinderte 
Kinder gehören grundsätzlich ebenso zur Gemeinschaftsschule wie 
sonderpädagogische Lehrkräfte. Die Schulen werden verpflichtet sein, in ihrem 
Schulkonzept Angebote zur inklusiven Beschulung von behinderten Kindern zu 
machen. Dies ist ein wichtiger Schritt Baden-Württembergs zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte Behinderter. 

Zum Schuljahr 2012/13 werden die ersten Gemeinschaftsschulen den Betrieb 
aufnehmen. Norbert Zeller als Leiter der Stabsstelle rechnet mit etwa 30 Schulen zum 
nächsten Schuljahr, die Zahl der Gemeinden, die sich für die Einrichtung einer 
Gemeinschaftsschule interessieren, beträgt zwischen 150 und 200. Allerdings 
müssen die Kommunen als Voraussetzung für die Genehmigung Konzepte mit einem 
hohen pädagogischen Standard einreichen. "Wir wollen eine neue Lernkultur 
etablieren und werden deshalb sehr stark auf eine gute Qualität der Schulen achten", 
kündigt die Ministerin an. 

Ausbau der Ganztagsschule 
Als wichtiger Punkt im Reformpaket ist der Ausbau der Ganztagsschule vorgesehen, 
um damit die Bildungsgerechtigkeit zu verbessern. Damit könnten sich die Familien 
künftig stärker darauf verlassen, dass die Kinder und Jugendlichen länger in den 
Schulen unterrichtet und betreut würden. Die Kultusministerin schlägt vor, den 
flächendeckenden Ausbau zunächst vor allem im Primarbereich voranzubringen. Bis 
zum Jahr 2020 soll jede Grundschule zu einer Ganztagsschule werden können - und 
zwar, je nach Wunsch, in gebundener und in offener Form. Auch hier gilt also: Die 
Eltern, Lehrkräfte und Kommunalpolitiker vor Ort müssten hinter einem solchen 
Antrag stehen, ihre Kinder in eine Ganztagsschule bringen zu wollen. 

Verbindliche Grundschulempfehlung wird abgeschafft 
Die Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung wurde im Kabinett bereits 
beschlossen, der Entwurf des Schulgesetzes befindet sich derzeit in der Anhörung 
des Landtags. Danach werden die Eltern bei der schulischen Laufbahn ihrer Kinder 
künftig das Sagen haben. Sie können sich dabei darauf verlassen, vor dieser 
Entscheidung in den Grundschulen intensiv beraten zu werden. Dies habe in der 
Regel zwar schon bisher gut funktioniert. Aber das Kultusministerium strebt ein 
systematischeres Vorgehen an. So müssen die Eltern künftig mindestens einmal 
jährlich zu einem Gespräch über die Begabung ihrer Kinder eingeladen werden. 
Ein wichtiger Bestandteil der Beratung ist auch, die Kooperation von Grundschulen 
und weiterführenden Schulen zu verbessern. "Die Zusammenarbeit zwischen den 
Pädagogen muss noch besser werden, um den Kindern den schwierigen Übergang 
zu erleichtern", erklärt die Ministerin. Dazu sollen etwa Kooperationsverbünde 
eingerichtet und verantwortliche Kooperationslehrkräfte ernannt werden. Die 
Zusammenarbeit der Schulen wird in Zielvereinbarungen vor Ort festgelegt.



Unsere Gemeinde ist an der Einrichtung der Gemeinschaftsschule sehr interessiert und würde alles dafür

tun, eine Gemeinschaftsschule einzurichten. Wenn eine Gemeinschaftsschule entsteht, arbeiten auch Lehrkräfte

mit Reallehrerausbildung in der Kupferzeller Gemeinschaftsschule.

 

Weitere Informationen folgen hier und natürlich auch im Gespräch!

 

Reportage in SWR1 über unsere Schulentwicklung. Sie entspricht in den ersten Ansätzen dem gewünschten Konzept (aufgenommen am 4.10.2011 von Jens Nising):

Hier geht es zur Reportage: Klick!